{"id":3456,"date":"2018-03-10T18:33:17","date_gmt":"2018-03-10T17:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/sebastianmiga.de\/projekte\/meditationmuenchen\/?p=3456"},"modified":"2019-06-19T12:42:39","modified_gmt":"2019-06-19T10:42:39","slug":"schlaues-weises","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastianmiga.de\/projekte\/meditationmuenchen\/2018\/03\/10\/schlaues-weises\/","title":{"rendered":"Schlaues &#038; Weises"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<span style=\"font-size: 17px;\">Richtig verstanden sollte Erkenntnis nicht zu endloser Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung f\u00fchren, sondern zu Demut und Ehrfurcht vor der Immensit\u00e4t der Sch\u00f6pfung. Einer der ber\u00fchmtesten Texte des Hinduismus dr\u00fcckt klar aus, dass unserem naturgegebenem begrenzten Verst\u00e4ndnis dennoch aufgetragen ist, im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten zu erkennen. So ist Erkenntnis ebenso eine dynamische Facette der Evolution, die mit uns w\u00e4chst. In der <em>Bhagavad Gita<\/em>\u00a0dem Kern der <em>Mahabharata<\/em> \u2013 dem Epos des Weisen Vyasa \u2013 entspinnt sich ein Diskurs zwischen einer Gottesinkarnation und dem Prinzen Arjuna, der Ethik und Moral verteidigt. Weil er gegen seine Verwandten k\u00e4mpfen soll, hat er jedoch Gewissensbisse. Krishna, der den Streitwagen von Prinz Arjuna, des edlen Kriegers lenkt, offenbart sich ihm als g\u00f6ttliche Inkarnation vor der monumentalen Schlacht von \u201eGut gegen B\u00f6se\u201c. Krishna begr\u00fcndet vor der Schlacht, warum Arjuna k\u00e4mpfen muss und gew\u00e4hrt ihm im Verlauf des Gespr\u00e4chs eine Vision von Sch\u00f6pfung und Weltgeschehen:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 17px;\"><em>Blendend im Glanze von Tausend Sonnen,<br \/>\n<\/em><em>erblickte Arjuna jetzt das ganze Universum<br \/>\n<\/em><em>entfaltend sich in Vielheit und Vielfalt.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 17px;\"><em>Shri Krishna spricht.<br \/>\n<\/em><em>Wer immer opfert und verehrt,<br \/>\n<\/em><em>wenn auch im falschen Brauch,<br \/>\n<\/em><em>er sei gesegnet, wenn dies er tut<br \/>\n<\/em><em>mit reinem Herzen auch.<br \/>\n<\/em><em>Denn jedes Opfer geb\u00fchrt ja mir.<br \/>\n<\/em><em>doch wiederkommen mu\u00df er,<br \/>\n<\/em><em>zu erkennen meine Allgewalt.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 17px;\"><strong>Kein Gott?<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\">Vor kurzem kursierte die Meldung der Herausgabe eines letzten abschlie\u00dfenden Buches des ber\u00fchmten Physikers Stephen Hawkins. Seine Hauptaussage darin sei die sensationelle Erkenntnis es gibt keinen Gott. Erstens: Dies ist keineswegs sensationell, denn daran kaut die Menschheit seit Anbeginn. Die Geschichte zeigt: Menschen sind daran gescheitert, zugrunde gegangen, ganze V\u00f6lker ausradiert worden. Zweitens: Es ist aber etwas ganz anderes, wenn dies ein Physiker mit dem Renommee eines Stephen Hawkins behauptet und dies heute in die Medien wandert. Drittens: Sind dies Fakenews, die Interessen der Erben noch etwas Geld zu machen mit einer letzten &#8222;Abrechnung&#8220;, oder meinte Stephen Hawkins nur, dass es nicht diesen Gott geben kann, wie ihn die Religionen beschreiben? Letzteres halte ich ihm eher zu Gute.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\">Kurz zur physikalischen Argumentation: Es geht um die schwarzen L\u00f6cher, diese &#8222;Materie-Staubsauger&#8220;, in denen sich Materie in unvorstellbarer Komprimierung ansammelt, verursacht durch deren Anziehungskraft. Das Raumzeit- Gef\u00fcge wird darin zu Null und Nichts gequetscht, denn Raum und Zeit sind keine Konstanten mehr, stehen in Wechselwirkung zu Materie. Uhren w\u00fcrden stillstehen im schwarzen Loch, Zeit w\u00e4re bedeutungslos. Die Massenanziehung selbst wird heute nur als Verbiegung des Raumzeit-Kontinuums gesehen. Und &#8211; auch die schwarzen L\u00f6cher fressen sich gegenseitig auf, so dass letztlich nur ein einziges \u00fcbrig bleiben soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\">Jetzt kommt die Philosophie: Was ist Zeit, was ist Raum? Zeit ist Ursache und Wirkung &#8211; nicht umkehrbar; Raum bedeutet Ausdehnung, Subjekt und Objekt oder Beobachter und Beobachtetes. Verschwindet Ursache und Ausdehnung gibt es keinen Sch\u00f6pfer, keinen Ausgangspunkt und keine Singularit\u00e4t. Streng logisch oder doch nicht ganz?!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\">Die Frage: Sind Zeit, Raum, Energie, Materie &#8211; die nach Einstein selbst wiederum nur komprimierte Energie ist, nicht einfach Ideen einer viel h\u00f6heren \u00dcberlegung, die wir nicht begreifen k\u00f6nnen. Einfach deshalb nicht, weil wir in die geschaffenen Dimensionen hineingeboren \u2013 ja deren evolution\u00e4res Ergebnis sind. Kleines Analogon: Kann ein Mikroskop seinen Erfinder erkennen, obwohl es doch sehr tief blicken kann? Hier noch <a href=\"https:\/\/futurism.com\/black-hole-space-time-wobbling-jets\">eine \u00fcberraschende Beobachtung<\/a> der Astronomie, die ein Schwarzes Loch anders als erwartet zeigt.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 17px;\">Man sieht, wie es sich wie ein langsamer Kreisel dreht, schwankt und das Raum-Zeit-Gef\u00fcge rhythmisch verzerrt und ins Schwingen bringt.<\/span><span style=\"font-size: 17px;\">\u00a0Wieder werden &#8222;Erkenntnisse&#8220; \u00fcber den Haufen geworfen, neue Ungewissheit f\u00fcr die Forschung geschaffen, die es zu beseitigen gilt. So geht es weiter, da der menschliche Geist nicht ruhen kann, so lange er nur auf seine Ratio baut, die wiederum nur innerhalb der Raumzeit-Dimension Sinn macht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\">Um abzurunden, eine Warnung aus den Upanishaden dass wir Gott nicht denken k\u00f6nnen:<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 17px;\"><strong>Also spricht Parabrahma\u00a0[1]<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\">\u201eAlle Dinge erschuf Ich. Alle Gottheiten kommen von Mir. Ich wurde zu meiner Sch\u00f6pfung, und Meine Sch\u00f6pfung kehrt zur\u00fcck zu Mir, so wie die Wogen hinausgehen in den Ozean und wieder zur\u00fcckkommen. Aus Meiner Macht geht hervor die Illusion der Maya, oder die \u201eRealit\u00e4t\u201c des sich endlos wandelnden Universums. Dies ist Mein g\u00f6ttliches Spiel (Leela). Niemals werdet ihr Mich einfangen in euren mentalen Konzepten, denn Ich selbst habe alle Konzepte inspiriert zu Anfang und wenn ihr euch Mir n\u00e4hert, werde Ich alle Konzepte am Ende vernichten.\u201c (Upanishaden)<\/span><\/p>\n<p>[1] Parabrahma = Para-Brahma (jenseits Brahman), dem Zustand vor der Zweiteilung in ein wollendes, potentielles (Sadha Shiva) und in ein kinetisches Prinzip der Sch\u00f6pfung (Adi Shakti) &#8211; der Evolution. Wer sagt das, oder schreibt es nieder? Das Grenzenlose bedient sich der Stimme des Endlichen in Form von gro\u00dfen Heiligen und Sehern. Da es die Wahrheit ist, kann es nicht verloren gehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\"><strong>Demut<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 17px;\">Das ist gewaltig. Hervorgehen soll daraus zweierlei, dass wir nicht willentlich mit dem Unbegreiflichen in Kontakt treten k\u00f6nnen und weiter \u2013 statt Vermessenheit, Demut angebracht w\u00e4re, weil unser Denken nicht hinreicht, das Grenzenlose zu fassen. Wie auch k\u00f6nnte ein Mikroskop seinen Erfinder verstehen, selbst wenn es noch so Feines sieht. Erforscht kann nur werden, was bereits besteht. Neues aus menschlichem Wirken ist evolution\u00e4r meist unangepasst und bereitet Probleme, besonders wenn es kurzsichtigen egoistischen Zwecken dient (zB. Plastik, Atomenergie). Besieht man sich j\u00fcngste Erkenntnisse und ihre Umsetzung, muss man zugestehen, dass die Natur nicht nur alles bereits erfunden, sondern verwirklicht hat. Deshalb versucht etwa der Forschungsbereich Bionik Mutter Natur Ihre Geheimnisse\u00a0zu entlocken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\"><strong>Stille<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 17px;\">Das gro\u00dfe Hindernis ist unsere rastlose Gedankenflut. Die Evolution hat dies vorausgesehen und die L\u00f6sung bereitgestellt. Erst der Zustand der Gedankenfreiheit ist es, der die T\u00fcr \u00f6ffnet. Die Kundalini vermag es, diesen Zustand herzustellen. Per Se ist Meditation damit keine weltliche, sondern eine spirituelle Dimension \u2013 und dies ist auch der Grund f\u00fcr ihre physiologische Notwendigkeit. Umgekehrt, erkl\u00e4rt sich daraus, warum Meditation immer ein F\u00fcllhorn des Guten sein muss, auch wenn wir zun\u00e4chst nur weltliche Ambitionen haben. Auf jeden Fall, will sie uns zu mehr Reife und Verst\u00e4ndnis \u00fcber uns und die Welt f\u00fchren<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 17px;\"><a href=\"https:\/\/sebastianmiga.de\/projekte\/meditationmuenchen\/blog1\/\">Zur\u00fcck zum Hauptmenue<\/a><\/span>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Richtig verstanden sollte Erkenntnis nicht zu endloser Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung f\u00fchren, sondern zu Demut und Ehrfurcht vor der Immensit\u00e4t der Sch\u00f6pfung. Einer der ber\u00fchmtesten Texte des Hinduismus dr\u00fcckt klar aus, dass unserem naturgegebenem begrenzten Verst\u00e4ndnis dennoch aufgetragen ist, im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten zu erkennen. So ist Erkenntnis ebenso eine dynamische Facette der Evolution, die mit uns w\u00e4chst. 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